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Super Smartphones und Mega-Handys

Immer neue innovative Handys und Smartphones präsentieren die Hersteller. Aber: die Software und die Dienste werden zunehmend wichtiger als die Hardware. Statt Alleskönner-Handys brillieren für bestimmte Aufgaben zugeschnittene Mobiltelefone mit optimierten Bedienkonzepten. Wir zeigen Ihnen die angesagtesten Handys und Smartphones, die das iPhone von Apple herausfordern und erklären Ihnen die wichtigsten Trends des Jahres.
Das iPhone von Apple hat die Handy Branche ganz schön aufgemischt. Nach seiner Ankündigung vor rund zwei Jahren nahmen die traditionellen Mobiltelefon-Hersteller zunächst Abwehrhaltung ein und verfielen dann später, nach dem immensen Erfolg von Apples Touchscreen-Handy, fast in eine Schockstarre.
Doch davon haben sich nun die Großen der Handywelt endgültig erholt. Mittlerweile hat jeder namhafte Anbieter mindestens ein Modell in der Palette, welches das iPhone direkt attackiert. Und während die ersten vermeintlichen “Phone-Killer” kaum überzeugen konnten, kommen nun Geräte auf den Markt, die dem kalifornischen Wundertelefon tatsächlich das Wasser reichen können. Doch auch Apple hat sein Pulver noch längst nicht verschossen. Demnächst kommt ein großes Software-Update, im Sommer stehen neue iPhone Modelle auf dem Plan. Es bleibt spannend, denn der Kampf gegen Apples Kult-Telefon hat jetzt erst richtig begonnen. Immerhin: Während der weltweite Handy-Markt im letzten Quartal 2008 um 12,6 Prozent geschrumpft ist, konnten die Smartphones mit einem Plus von 22,5 Prozent noch zulegen. Marktführer bleibt – mit großem Abstand – immer noch der finnische Handyhersteller Nokia, gefolgt von Samsung, LG, Sony Ericsson und Motorola. Weltweit hat Apple mittlerweile 21,2 Millionen iPhones verkauft.
1. Touchscreens berührungsempfindliche Bildschirme
Steve Jobs war wieder einmal der Trendsetter. Mit seinem Kult-Handy iPhone hatte er dem Rest der Handy-Branche gezeigt, wo es langgeht. Denn erst jetzt kommen Geräte von anderen Herstellern auf den Markt, die allmählich dem innovativen Konzept des Apple Telefons mithalten können. Zu den viel versprechenden Modellen zählt das Palm Pre, dass in Deutschland allerdings noch nicht erhältlich ist. Auch von Nokia, Sony Ericsson, Samsung, LG und HTC gibt`s neue Handys und Smartphones mit einem berührungsempfindlichen Display. Allerdings zeigt sich: überzeugende Bedienkonzepte für Touchscreens lassen sich kaum auf bestehende Betriebssoftware einfach aufsetzen. Wirklich gut gelungene Fingerbedienung erfordert offenbar eine vollständige Neuentwicklung. Hinzu kommt, dass Apple viele Patente auf seine Technologie hält. Den praktischen Multitouch, also die Steuerung mit mehreren Fingern etwa beim Zoomen in Fotos mit Daumen und Zeigefinger, gibts bislang nur beim iPhone.
2. Auch Tastaturen sind weiter sinnvoll
Bei aller Begeisterung für Touchscreens – zum Tippen längerer Textnachrichten sind richtige Tastaturen einfach besser geeignet. Diese Erfahrung musste auch Blackberry-Hersteller RIM machen: das Touchscreen-Modell “Storm” verstaubt in den Regalen, die Anwender bevorzugen die klassischen Blackberry-Modelle mit Mini-Tastaturen. Auch Nokia setzt beim neuen Business Modell E75 auf konventionelle Tasten. Das Gerät ist der jüngste Nachfolger von Nokias legendärem “Communicator”, und richtet sich wie das Ur-Modell vor allem an Geschäftsleute. Dazu besitzt es eine spezielle E-Mail-Software, die auch Push-Zustellungen über Nokias neuen E-Mail Dienst unterstützt. Außerdem sind Funktionen wie WLAN, GPS, HSPA, Bluetooth und vieles mehr mit an Bord – so sieht ein Business- Handy 2009 aus.
3. Handys als Kameras, Musikplayer und Navis zugleich
Dass Mobiltelefone immer mehr in den Revieren anderer Gerätegattungen wildern, ist nicht neu. Schon längst gibt es “Kamera-Handys”, “Walkman-Handys” oder “Navigations-Handys”. Bislang hat es aber noch kaum ein Hersteller geschafft, alle diese Funktionen überzeugend in einem Gerät zu verbinden. Bisher beherrschten die meisten Handys eine oder zwei Funktionen relativ gut, enttäuschten dann aber in anderen Disziplinen. Gegen den branchenweiten Trend will beispielsweise Sony Ericsson in der zweiten Jahreshälfte einen richtigen Alleskönner liefern. Er trägt den Namen “Satio” und soll eine 12,1 Megapixel-Kamera, starke Multimedia- Player und Online-Zugriff auf Download-Angebote wie “Play Now Arena” bieten. Der Preis ist noch offen.
4. Wettstreit der Betriebssystem-Plattformen und Application-Stores
Apple mit OS X auf dem iPhone, Google und HTC mit dem Open- Source- Betriebssystem “Android”, Nokia, Sony Ericsson, Samsung, LG und andere mit der ebenfalls als “Open Source” freigegebenen “Symbian Foundation”; Palm mit WebOS und Microsoft mit “Windows Mobile”. Wie schon im PC-Markt findet der Wettstreit der Geräte zunehmend aus Basis von Betriebssystemen statt. Im Trend liegen dabei auch Online- Software-Shops, in denen man Zusatz-Software erwerben kann und direkt auf seinem Handy installieren kann. Auch hier machte Apples iPhone mit dem “App Store” den Anfang, alle anderen folgen nun.
5. Web-2.0-Dienst werden zunehmend mobil genutzt
Serverbasierte Dienste lassen sich in Zukunft mit dem Handy verknüpfen. So genannte Web-2.0-Dienste wie Twitter, Facebook oder MySpace bieten ihren Nutzern Funktionen zum “Social Networking” – also Kontaktpflege, Selbstdarstellung und Häppchen-Kommunikation per Internet. Alle diese Dienste lassen sich mittlerweile auch mit dem Handy nutzen – nicht zuletzt, weil man damit so praktisch mitteilen kann, wo man sich gerade befindet und was man gerade tut. Weil Nutzer entsprechender Angebote meist an mehreren Web-2.0-Diensten teilnehmen, gibt es mittlerweile auch Programme, mit denen sich alle diese Mitgliedschaften zentral verwalten, pflegen und mit Inhalten füttern lassen.
6. Telefonieren übers Internet
Gerade für teure Verbindungen im Ausland ist Telefonnieren per Internet eine beliebte Alternative. Zwar sperren sich die Mobilfunk- Netzbetreiber noch dagegen, dass “Voice over IP”-Software auf Handys diese lukrative Einnahmequelle schmälern. Doch immer mehr Softwareanbieter und Geräte-Hersteller liefern genau diese Funktion – dagegen werden sich die Netzbetreiber auf Dauer wohl nicht mehr wehren können.
7. Mobiles Fernsehen wird kommen
Pläne für spezielle Handy-TV-Netze sind gescheitert, weil die Anwender dafür keine Extragebühren zahlen wollen. Tot ist das mobile Fernsehen aber dennoch nicht. Denn Handys mit eingebautem Empfänger für DVB-T und Videostreaming via UMTS sind beliebt, sofern die Kosten dafür gering bleiben oder in Tarifpaketen enthalten sind.
8. Beamer im Westentaschenformat oder ins Handy integriert
Wenn Fernsehern oder Video-Clips auf dem Handy laufen, dürfen die Bilder ruhig größer werden als auf dem kleinen Bildschirmchen der Mobiltelefone möglich. Spezielle Mini-Beamer mit LED-Technik werfen Bilder bis etwa DIN-A4-Format an die Wand. Anbieter wie 3M oder Optoma liefern bereits portable Geräte zu Preisen von rund 300 Euro. Noch werden sie per Kabel an die Bildsignalquelle angeschlossen. Doch einige Hersteller zeigten bereits Prototypen von Handys, in denen der Mini-Projektor einfach eingebaut ist.
9. Nachfolger von UMTS
Handys sollen in ein paar Jahren Daten noch schneller übertragen als heute. Die Hersteller arbeiten bereits an entsprechenden Standards. Das Schlagwort dafür heißt “LTE” – “Long Term Evolution”, übersetzt: langfristige Weiterentwicklung. Die Technik soll ab 2012 Datenbraten von über 100 mbps übertragen. Noch laufen solche Übertragungsraten allerdings nur in Testlabors.
Der Clou: Apples Application-Store
Ähnlich wie beim Touchscreen, zeigt auch hier Apple der Konkurrenz, wohin die Reise geht. Selbst Gegner der Kultmarke müssen zugeben, das mit dem App-Store dem Konzern aus Cubertino erneut ein genialer Schachzug gelungen ist: Dank Open Source gibts eine schier unglaubliche Zahl an coolen, vielseitigen oder nützlichen Programmen, die auch noch Spaß machen: über 35.000 Apps – von kompletten Info-Paketen für 12.241 Städte, über Mobile Butler, Wasserwaage, kompletten TV-Programm, Weltraum Strategie Simulation, Internetradio oder allen Fußballergebnissen von 40 Ligen, Einkaufsratgeber oder Spielekonsole. Für fast alles, was das Herz begehrt, gibts mittlerweile ein App. Und das alles auf vollkommen unkomplizierte Art und Weise nutzbar – und zwar kostenlos oder für kleines Geld zu haben. Inzwischen verzeichnet Apple über einen Milliarde Downloads in knapp neun Monaten. Tendenz steigend.
